Grundlagen

Grundlagen für Anfänger und Fortgeschrittene

 

Der Judo-Anzug

Für Judo-Anfänger (und auch für manchen Fortgeschrittenen) birgt der Judosport noch eine Menge Geheimnisse. Selbst das korrekte Anziehen des Judoanzuges und das richtige Binden des Gürtels will nicht immer sofort gelingen.

Ganz richtig heisst der Anzug Gi oder Judo-Gi und besteht aus Jacke und Hose. Die Hose wird durch ein Hosenband zusammengeschnürt oder hat – bequemer – einen Gummizug. Die Vorderseite der Hose erkennst du zum einen durch das meist auf der linken Seite befindlichen Firmenabzeichen, zum anderen durch die Schlaufen für das Hosenband. Dieses wird dann vor dem Bauch mit einer festen Schleife gebunden. Die Jacke trägst du auch als Mädchen immer links über rechts (das steht übrigens so im Regelwerk!). Mit dem Gürtel, den Du in Hüfthöhe binden solltest, hältst Du die Jacke zusammen. Jungen tragen normalerweise nichts unter der Jacke, Mädchen dagegen tragen immer ein Unterhemd!

 

Gürtel binden

Es gibt verschiedene Arten, den Gürtel korrekt zu binden. Die einfachste wird hier vorgestellt Lege den Gürtel auf deinen Bauch. Führe den Gürtel um die Taille und hole ihn am Bauch wieder zusammen. Beide Gürtelenden sollten jetzt gleich lang sein. Nun lege die beiden Gürtelteile auf deinen Bauch und ziehe den oberen Teil unter beiden Gürtelenden durch (erste “oben über unten” Regel). Wenn du jetzt den Gürtel stramm ziehst, hast Du einen oberen und einen unteren Teil. Lege den oberen Teil über den unteren, führe ihn durch die Schlaufe und ziehe einen festen Knoten (zweite “oben über unten” Regel). Hängen die Gürtelenden nun gleich lang rechts und links (nicht oben und unten) vom Knoten herab, dann ist der Gürtel richtig gebunden.

 

Gürtelfarben

In Deutschland und im internationalen Judo gibt es ein System von farbigen Gürteln um die Erfahrung / Kenntnisse des Judokas zu zeigen. Die Gürtel dürfen nach Ablegen der entsprechenden Prüfung getragen werden.
In Japan ist die Praxis dagegen etwas anders. Dort wird normalerweise ein weißer Gürtel getragen, fortgeschrittene Schüler tragen einen braunen Gürtel, danach folgen die Dan-Träger mit einem schwarzen Gürtel und die Meister mit rot-weißen oder roten Gürteln.

Bei uns gibt es folgende Gürtelstufen:

Kyu-Grad

Gürtelfarbe

frühester Prüfungszeitpunkt

Prüfungsprogramm zum Download
8. Kyu weiß-gelb siebtes Lebensjahr Prüfungsprogramm weiß-gelb
7. Kyu gelb achtes Lebensjahr Prüfungsprogramm gelb
6. Kyu gelb-orange neuntes Lebensjahr Prüfungsprogramm gelb-orange
5. Kyu orange zehntes Lebensjahr Prüfungsprogramm orange
4. Kyu orange-grün elftes Lebensjahr Prüfungsprogramm orange-grün
3. Kyu grün zwölftes Lebensjahr Prüfungsprogramm grün
2. Kyu blau dreizehntes Lebensjahr Prüfungsprogramm blau
1. Kyu braun vierzehntes Lebensjahr Prüfungsprogramm braun

(Vielen Dank an den DJB für die Zurverfügungstellung der Dokumente. Copyright für alle PDFs: Deutscher Judo Bund)

Die Prüfung zum 8. Kyu kann erst nach dem siebten Geburtstag abgelegt werden. Die Vorbereitungszeit zwischen zwei Prüfungen beträgt für Judokas bis 14 Jahre mindestens sechs Monate und für Judokas, die älter als 14 Jahre sind bis zum 3. Kyu-Grad drei Monate. Zum 2. Kyu beträgt die Vorbereitungszeit grundsätzlich sechs Monate und zum 1. Kyu 12 Monate.

 

Grüßen

Judo hat als japanische Zweikampf-Disziplin natürlich auch japanische Verhaltensweisen übernommen. Dazu gehört unter anderem das “Rei”, das gegenseitige Grüßen. Das Grüßen ist nicht nur Ausdruck von Höflichkeit zwischen den Übenden, es gehört zur “Seele des Judo”. Einen Übungspartner nachlässig anzusprechen oder nicht zu grüßen kommt einer Beleidigung gleich.

Za-rei – die Verbeugung im Knien
Im Knien grüßt man vor Beginn und am Ende einer jeden Übungsstunde in einer Linie. Schüler und Lehrer sitzen sich dabei gegenüber. Die Schüler stellen sich nach den Kyu-Stufen absteigend auf. Dabei läuft man nicht zwischen dem Lehrer und den Schülern durch zu seinem Platz, sondern geht hinter den anderen Schülern vorbei. Auch vor und nach dem Üben von Boden-Aktivitäten (Ne-waza) grüßt man im Knien.

Ritsu-rei – die Verbeugung im Stand 
Eine Verbeugung im Stand ist die korrekte Art, einen Partner zum Üben aufzufordern und sich nach dem Üben zu bedanken und sich zu verabschieden. Mit jeder Verbeugung gibt man sich das Versprechen, die vom Judo-Begründer Jigoro Kano entwickelten Judo-Prinzipien nach besten Können zu beachten. Die Verbeugung nach dem Üben ist der Dank an den Partner, dass man mit ihm trainieren und von ihm lernen konnte.

Training beim JC Nievenheim

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